Breitspektrum-Rotlicht: Die Vorteile unterschiedlicher Wellenlängen

In diesem Blogbeitrag gehen wir etwas genauer auf die Funktionsweise verschiedener Wellenlängen des roten und nahinfraroten Lichts ein.
Worin bestehen die Unterschiede und warum wählt man in einem Gerät bestimmte Wellenlängen?
Haben Sie sich schon mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Rotlichttherapie auseinandergesetzt? Falls nicht, erkläre ich sie Ihnen im Folgenden kurz. (Oder lesen Sie den Blogbeitrag: Was ist Rotlichttherapie?)
Wenn wir von Rotlichttherapie (Photobiomodulation) sprechen, meinen wir die Behandlung des Körpers mit Licht (Photonen) aus dem roten Spektrum.
Alles im elektromagnetischen Spektrum wird in Wellenlängen oder Nanometern (nm) ausgedrückt.

Bei der Rotlichttherapie werden Wellenlängen zwischen 620 und 700 nm (sichtbares Licht) und Nahinfrarot im Wellenlängenbereich von 700 bis 1000 nm (für das menschliche Auge kaum bis gar nicht sichtbar) genutzt.
Zum Vergleich: Infrarotsaunen und Wärmelampen emittieren Wellenlängen von Tausenden von Nanometern und haben eine völlig andere Wirkung als die Rotlichttherapie.
Das richtige Licht ist Energie für den Körper. Seine heilende Wirkung ist wissenschaftlich belegt; in den letzten Jahrzehnten wurden über 3.000 Studien durchgeführt.
Wenn Sie sich bereits mit den verschiedenen Herstellern von Rotlichttherapiegeräten auseinandergesetzt haben, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass die Lampen (fast) immer Wellenlängen von 660 nm und 850 nm enthalten, obwohl im roten und nahinfraroten Spektrum tatsächlich viel mehr möglich ist.
Warum ist das eigentlich so?
Funktionieren andere Wellenlängen zwischen 620 nm und 1000 nm genauso gut oder vielleicht sogar besser?
Beginnen wir mit den beiden gebräuchlichsten und am häufigsten verwendeten Wellenlängen, nämlich 660 nm und 850 nm. Sie gelten unter Herstellern von Rotlichttherapiegeräten als Goldstandard. Und das nicht ganz ohne Grund.
Die meisten Forscher verwenden in ihren Studien 660 und 850 nm, weil die CCO (Cytochrom-C-Oxidase) genau bei diesen Frequenzen am stärksten aktiviert wird.
CCO ist ein Enzym, das für die Energieproduktion in den Zellen verantwortlich ist. Laut vielen Wissenschaftlern ist eine effizientere Zellfunktion mit erhöhter Energieausbeute der Grund dafür, dass die Rotlichttherapie bei verschiedenen Erkrankungen so gute Ergebnisse erzielt.
Nicht nur die verstärkte Forschung, sondern auch die geringeren Kosten von 660 nm und 850 nm LEDs sorgen dafür, dass sich die meisten Hersteller für diese beiden Wellenlängen in ihren Geräten entscheiden.
Allerdings sind in den letzten Jahren vermehrt Studien erschienen, in denen auch andere Wellenlängen aus dem roten Lichtspektrum erfolgreich eingesetzt wurden, beispielsweise 630 nm, 670 nm, 810 nm, 830 nm und 1060 nm .
Diese Wellenlängen liegen im relevanten roten und nahinfraroten Bereich. Einige werden häufiger mit CCO und mitochondrialen Prozessen in Verbindung gebracht, während andere mit tieferer Penetration oder zusätzlichen Mechanismen wie der Wasseraufnahme verknüpft sind. Der genaue Wirkmechanismus hängt vom Kontext und der Dosierung ab.

Im Folgenden werde ich die 7 wirksamsten Wellenlängen einzeln besprechen. Obwohl sich ihre Wirkungen alle überschneiden, gibt es dennoch für jede der 7 Wellenlängen spezifische Eigenschaften zu beachten:
630 nm: Rotes Licht
Innerhalb dieser Auswahl dringt 630 nm relativ oberflächlich ein, was diese Wellenlänge besonders interessant für Hautanwendungen macht.
660 nm: Rotes Licht
Rotlicht ist vermutlich die am häufigsten verwendete Wellenlänge in Studien zur Rotlichttherapie. Während der Behandlung dringt sie in alle Hautschichten ein, jedoch nicht so tief ins Gewebe wie Nahinfrarotlicht. Ideal für die Heilung und Regeneration der gesamten Haut.
Typische Vorteile:
Entzündungshemmende Wirkung. (Quelle)
Schnellere Wundheilung. (Quelle)
Weniger Nervenschmerzen. (Quelle)
Stärkere Knochen. (Quelle)
Regt die Kollagenproduktion an und sorgt so für eine straffere und jünger aussehende Haut. (Quelle)
Schnellere Erholung nach körperlicher (sportlicher) Anstrengung. (Quelle)
670 nm: Rotes Licht
Weniger bekannt, aber naturgemäß mit vielen Überlappungen mit 660 nm (da die Wellenlängen nahe beieinander liegen). 670 nm ist auch mit bloßem Auge sichtbar. Es wirkt stark auf die Haut, aber auch auf die Muskeln und, überraschenderweise, auf den Hirnstoffwechsel.
Eine Auswahl der Studien:
Bessere Wundheilung. ( Quelle )
Verbesserung der kognitiven Funktion bei Alzheimer-Patienten. ( Quelle )
Mehr Muskelkraft und schnellere Regeneration des Muskelgewebes. ( Quelle )
Verbesserung der kognitiven und mitochondrialen Funktion. ( Quelle )
Schützt vor der Entwicklung von Makuladegeneration und Retinitis pigmentosa. ( Quelle )
Behandlung des Glaukoms. ( Quelle )
810 nm: Nahes Infrarotlicht
Licht mit einer Wellenlänge von 810 nm dringt tiefer ein als Licht mit kürzeren Wellenlängen wie beispielsweise 670 nm. Dies liegt daran, dass Licht mit einer längeren Wellenlänge Gewebe wie Haut und Muskeln besser durchdringen und tiefere Gewebeschichten erreichen kann. Daher eignet es sich ideal zur Behandlung tieferliegender Gewebe.
Wirksame Heilung chronischer Wunden und Schmerzlinderung. ( Quelle )
Reduziert Schmerzen und Entzündungen nach Operationen. ( Quelle )
Wirksam bei empfindlichen Zähnen. (Quelle)
Reduziert Entzündungen in den Gelenken. ( Quelle )
Verbesserungen hinsichtlich Schmerzen, Schlaf und allgemeiner Lebensqualität bei Patienten mit Fibromyalgie. ( Quelle )
830 nm: Nahes Infrarotlicht
Für das bloße Auge nicht sichtbar. Seine typische Eigenschaft ist das tiefere Eindringen in das Gewebe, wodurch es Organe und Knochengewebe erreicht und dort seine heilende Wirkung entfaltet.
Konkrete Vorteile sind daher:
850 nm: Nahes Infrarotlicht
Umfangreich erforscht und mit einer langen Liste gesundheitlicher Vorteile. 850 nm „Nahinfrarotlicht“ ist für das bloße Auge unsichtbar und eignet sich besonders gut für das tiefe Eindringen von Photonen in den Körper. Daher ist es hervorragend geeignet für die Anwendung bei:
1060 nm: Nahes Infrarotlicht
Neben den bekannten Wellenlängen der Rotlichttherapie, wie etwa 600 und 800 nm, hat Nahinfrarotlicht mit 1060 nm (oder 1064 nm) in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung in der Wissenschaft gewonnen. Es zeichnet sich durch einzigartige Vorteile aus, da es dank seiner größeren Eindringtiefe, die über die herkömmlicher Nahinfrarot-Wellenlängen hinausgeht, besondere Vorteile bietet. Diese Eigenschaft macht es besonders geeignet für tieferliegende Behandlungen. Hier einige nachgewiesene Vorteile:

Zusammenfassend
Die klassische Kombination von 660 und 850 nm ist aus gutem Grund beliebt. Es handelt sich um bekannte und weit verbreitete Wellenlängen in der Rotlichttherapie, und für viele Anwendungen bildet dies nach wie vor eine logische Grundlage.
Gleichzeitig umfasst die Rotlichttherapie mehr als nur 660 und 850 nm. Wellenlängen wie 630, 670, 810, 830 und 1060 nm werden ebenfalls immer wieder in der Forschung untersucht und können jeweils einen Beitrag zum Gesamtspektrum leisten.
Das bedeutet nicht, dass mehr Wellenlängen automatisch besser sind. Verteilt man mehrere Wellenlängen auf die gleiche Anzahl an LEDs, kann die Lichtausbeute pro Wellenlänge sinken. Es geht also nicht um möglichst viele Nanometer auf dem Papier, sondern um ein gutes Gleichgewicht: die richtigen Wellenlängen, ausreichende Intensität und eine angemessene Dosierung.
Bei VIVO verwenden wir daher in der Lux-Serie eine größere Auswahl an rotem und nahinfrarotem Licht. Rotes Licht, beispielsweise mit Wellenlängen von 630, 660 und 670 nm, ist sichtbar und wird häufig für oberflächlichere Anwendungen wie Hautbehandlungen und zur Regeneration eingesetzt. Nahinfrarotes Licht, beispielsweise mit Wellenlängen von 810, 830, 850 und 1060 nm, ist unsichtbar oder kaum sichtbar und kommt vermehrt zum Einsatz, wenn tiefer liegendes Gewebe behandelt werden soll.
Kurz gesagt: 660 und 850 nm bleiben wertvolle Wellenlängen, sind aber nicht die einzigen interessanten Optionen. Eine breitere Auswahl kann sinnvoll sein, solange das Verhältnis stimmt und die Dosierung korrekt angewendet wird.
Im zweiten Teil dieses Blogbeitrags gehen wir näher auf das Zusammenspiel verschiedener Wellenlängen und den Synergieeffekt ein. Sie können den zweiten Teil hier lesen.
Haben Sie noch Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne!




































